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BED e.V. Standpunkt: Vergütungsniveau von Ergotherapeuten als Arbeitnehmer

Veröffentlicht am 02.04.2013

Wie steht der BED e.V. zum:

Vergütungsniveau von Ergotherapeuten als Arbeitnehmer?

Sachlage:

Da der Beruf des Ergotherapeuten statistisch in der Vergangenheit häufig mit anderen Berufsgruppen zusammen erfasst worden ist, gab es nur grobe Schätzungen zum Thema Vergütungshöhe bei Ergotherapeuten.

Dies hat sich erst in jüngster Zeit geändert.

Fakt ist, dass Frauen auch in den Gesundheitsfachberufen wie der Ergotherapie in den meisten Fällen deutlich weniger verdienen als Männer. Im Schnitt liegt der Lohn bundesweit über alle Berufszweige hinweg um rund 21 % niedriger, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung herausfand. Zu nahezu selbigem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt.

Die Hans-Böckler-Stiftung ist gemeinnützig und hat vor allem die Mitbestimmung im Blick. Die Stiftung ist dem Deutschen Gewerkschaftsbund zugehörig.

Eine Frau verdient im westlichen Teil Deutschlands als Ergotherapeutin mit weniger als 5 Jahren Berufserfahrung ohne Leitungsfunktion in einem Betrieb mit weniger als 100 Beschäftigten und 40 Wochenstunden rund 12,60 € brutto, was etwa 2.182 € im Monat entspricht und damit einem Jahresgehalt von 26.207 €.

Eine Angestellte am Empfang verdient im Vergleich 11,27 € und damit 1.953 € was 23.450 € im Jahr entspricht, bei vergleichsweise erheblich geringerer Verantwortung.

Ein männlicher ergotherapeutischer Kollege verdient hingegen 14,01 € in der Stunde, was etwa 2.426 € und damit einem Jahresgehalt von 29.135 € entspricht.

Im Osten ist die Lage als angestellte Ergotherapeutin noch weit desolater. Nur 9,92 € in der Stunde verdient dort im Schnitt eine Ergotherapeutin was 1.717 € im Monat und damit 20.623 € im Jahr entspricht.

Männliche Ergotherapeuten erhalten im Osten hingegen 11,02 €/h und somit 1.909 € im Monat, was einem Jahresgehalt von 22.928 € entspricht.

Als fachliche Leitung kann sich eine Ergotherapeutin unter denselben Rahmenbedingungen im Westen über 13,03 € in der Stunde freuen (Ost: 10,25 €), was 2.256 €/Monat (Ost: 1.775 €) und damit ein Jahresgehalt von 27.093 € (Ost: 21.321€) bedeutet. Eine ostdeutsche Ergotherapeutin hat von einer Tätigkeit als Fachliche Leitung offenbar keinen monetären Vorteil.

Männliche Ergotherapeuten mit Leitungsfunktion liegen bei 14,48 € (Ost: 11,4) , was 2.508 € im Monat (Ost: 1.974 €) und 30.120 € im Jahr entspricht (Ost: 23.703 €).
Weitere Differenzierungen können unter: www.lohnspiegel.de vorgenommen werden.

Die vorliegende Berechnung basiert auf Angaben von 229 beschäftigten Ergotherapeuten.
Sonderzahlungen bleiben unberücksichtigt.
Je höher die Anzahl der Eintragungen, desto besser lassen sich die Ergebnisse auf die Grundgesamtheit übertragen.

Daher ist es für jeden Ergotherapeuten sinnvoll, seine Daten der Stiftung zu übermitteln:
http://www.lohnspiegel.de/main/Umfrage
Auch Freiberufler und Selbstständige können Ihren Verdienst/Gewinn dort angeben.
Die Daten werden anonymisiert verarbeitet.

Zu ähnlichen Ergebnissen, was die Vergütungshöhen anbelangt kommt auch die neueste Gehaltsumfrage des Portals edebe.net, wenn sich diese auch auf Ergotherapeuten beschränkt, die im geriatrischen Bereich tätig sind:
ebede.net: Welches Gehalt Ergotherapeuten und Betreuungskräfte verdienen

BED e.V.-Standpunkt:

Wenn sich die Vergütungssituation in einem derart relevanten sozialen Beruf wie der des Ergotherapeuten tatsächlich auch zukünftig so darstellt, ist dies eine Blamage für unser Land, auch oder gerade weil es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Nahezu die gesamte Branche des Gesundheitswesens ist von der unzureichenden Vergütungshöhe betroffen.

Da die Entlohnung der Angestellten im Heilmittelbereich eng mit den niedrigen Vergütungssätzen verbunden sind, die von den Gesetzlichen Krankenkassen an ergotherapeutische Praxisinhaber bezahlt werden, liegt einer der zukünftigen Hauptaugenmerke des BED e.V. auf den Vergütungsverhandlungen, die sich erfahrungsgemäß jedoch als recht schwierig auf Grund der gesetzlichen Vorgaben erweisen. Als Hindernis für beachtliche Vergütungssteigerungen erweist sich der § 71 SGB V Beitragssatzstabilität.

Nicht hinreichend begründbar sind hingegen die großen Vergütungsdifferenzen zwischen den Frauen- und Männervergütungen bei ein und derselben Tätigkeit.

Wir hoffen durch diesen Überblick alle Personalentscheider und Praxisinhaber für dieses Thema zu sensibilisieren.


Wer für einen männlichen Mitarbeiter 14 € berappen kann, sollte dies für eine Ergotherapeutin ebenfalls kalkulieren können. Wer nun dagegen halten möchte, dass männliche Ergotherapeuten weitaus seltener in der Praxis zu finden sind und daher weniger häufig eingestellt werden, dem sei gesagt, dass die Ergotherapeutinnen damit das Gehalt des männlichen Ergotherapeuten durch geringere Entlohnung gegen finanzieren.

Wir gelten als Berufsverband der vor allem die Selbstständigen Ergotherapeuten vertritt und berät.
Ein angemessenes Gehalt für Mitarbeiter zu fordern, widerspricht aus unserer Sicht diesem Ziel jedoch nicht, denn:

Kein Praxisinhaber wird eine erfolgreichere Praxis führen, indem er seine Mitarbeiter schlechter als im Schnitt bezahlt. Das Gegenteil ist der Fall.
Gerade weil es sich bei diesem Beruf um einen personalintensiven Bereich handelt, spielt die Arbeitsmotivation eine große, (wenn nicht je nach Praxisgröße) entscheidende Rolle. Es ist ein falscher Schluss einen höheren Gewinn durch die Einsparung von Personalkosten zu erhalten. Ein Trugschluss, der sich durch die gesamte Wirtschaft zieht.

Es ist zwar nachgewiesen, dass ein höheres Gehalt nicht maßgeblich und nicht lang anhaltend zur größeren Motivation von Mitarbeitern beiträgt, diese Regel gilt jedoch nur dann, wenn der Lebensunterhalt und das durchschnittlichen Lebensniveau der Menschen eines Landes vom generellen Gehalt gut bestritten werden kann. Dies ist aus unserer Sicht jedoch nicht gegeben, denn:

Der durchschnittliche Bruttoverdienst über alle Arbeitnehmer hinweg liegt bei Männern in Deutschland aktuell bei 3.595 €, das Gehalt der Frauen bei 2.925 €. Von diesen durchschnittlichen Bruttoverdiensten bei Arbeitnehmern sind Ergotherapeuten weit entfernt.

Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste in Deutschland

Zunächst werden sicherlich positive Effekte in Bezug auf den Gewinn vom Praxisinhaber bei niedrigen Gehältern zu verzeichnen sein. Jedoch bereits nach kurzer Zeit wird sich eine Verschlechterung des Umsatzes abzeichnen, der die Einsparung durch die geringeren Personalkosten übersteigt. Zudem wird die Abwanderung der Mitarbeiter zunehmen, was neuerlich Ressourcen bindet und wer nicht kündigt, betreibt "Dienst nach Vorschrift".
Mit solchen Mitarbeitern lässt sich eine Praxis nicht gewinnbringend betreiben.

Der Arbeitsmarkt ist derzeit zudem wieder einer der Nachfrager. Es werden demnach mehr Ergotherapeuten gesucht als der Arbeitsmarkt zu bieten hat.

Daher tut jeder erfolgreiche Arbeitgeber gut daran, seine Mitarbeiter durch eine dem gesellschaftlichen Niveau angemessene Vergütung zu entlohnen, um gegenüber den Mitwettbewerbern Vorteile zu erwerben oder seine Position zu festigen.

Eine tragende Beziehung zu einem Partner, Gesellschaftliche Teilhabe sowie sinnstiftende Tätigkeit sind die 3 nachgewiesenen Säulen eines jeden menschlichen Glücks.

Gesellschaftliche Teilhabe ist aber nur möglich, wenn man "dazugehört" und dazu ist wiederum ein passendes Lohnniveau notwendig.

Auch volkswirtschaftlich stiften angemessene Gehälter Sinn, denn wer kann sonst all die wunderbaren Dienstleistungen und Produkte kaufen, die der Markt zu bieten hat!?



Weitere Informationen zum Thema:
 
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