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BED e.V. Standpunkt zur Akademisierung

Veröffentlicht am 17.07.2013

Um es sofort auf den Punkt zu bringen: Der BED e.V. unterstützt die grundständige (also schulische) Ausbildung und forciert zusätzlich die akademische Ausbildung in Wissenschaft und Lehre, sowie bei Fachlichen Leitern mit umfangreicher Personalverantwortung.

Zum Hintergrund:
Die Tätigkeit von Ergotherapeuten ist sehr praxisnah am Patienten orientiert. Würde jene nun sehr akademisch ausgerichtet werden, besteht die Gefahr, dass Ergotherapeuten sich auf die Metaebene erheben und damit den unmittelbaren Kontext zum Patienten verlieren, der die Berufsgruppe gerade so stark und nahezu einzigartig im Vergleich mit anderen Gesundheitsfachberufen macht.

Wir haben zum Thema der Akademisierungsbestrebungen einige Anrufe gerade von Praxisinhabern erhalten, die verlautbarten, keine Einstellungen von Bachelorabsolventen im Bereich der Ergotherapie in ihren Praxen vornehmen zu wollen, aus soeben benannten Gründen sowie auf Grund unpassender Gehaltsvorstellungen.

Im Bereich von Lehre und Wissenschaft hingegen fehlen ergotherapeutische Akademiker. Zum einen muss die Ausbildung einen hohen Qualitätsanspruch erfüllen, zum anderen fehlen relevante Studien zur Wirksamkeit ergotherapeutischer Interventionen. Über 90 % der Studien sind ausschließlich in englischer Sprache verfasst und zudem für ergotherapeutische Fachkräfte kaum interpretierbar. Diese "Übersetzer und Wissensvermittlungsrolle" sollen aus Sicht des BED die ergotherapeutischen Akademiker übernehmen.

Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung mit Ratschlägen und Einschätzungen bei Wissenschaftsthemen unterstützt, empfiehlt eine Akademisierung der Gesundheitsfachberufe.
Die Begründung des Wissenschaftsrates: Es wird zukünftig: ... "eine wachsende Zahl multimorbider, chronisch erkrankter und pflegebedürftiger Patientinnen und Patienten" geben...
"Das heißt: Diese Menschen brauchen künftig nicht nur mehr, sondern auch qualitativ andere Versorgungsleistungen. Neue Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Pflege verstärken die Anforderungen an die Gesundheitsfachberufe in ihrer Komplexität noch zusätzlich. Auf die daraus resultierenden neuen und gestiegenen Qualifikationserfordernisse für viele Berufe der Gesundheitsversorgung muss in der Ausbildung adäquat reagiert werden."

Wir können den Empfehlungen des Rates nicht folgen.
Natürlich ist die Versorgung von mehrfach erkrankten Menschen komplexer. Zudem kommen auch vermehrt technische Hilfsmittel in der Therapie zum Einsatz.
Dies sind jedoch keine hinreichenden Argumente für eine Akademisierung.
Eine gesicherte Patientenversorgung ließe sich auch mit an dem Bedarf ausgerichteten Weiterbildungen erreichen, sowie durch Versorgungsprozesse die zu einer noch engeren Zusammenarbeit der Therapie- und Pflegeberufe führen.
Uns scheint als wolle man unter allen Umständen die Notwendigkeit einer akademischen Gesundheitsversorgung verargumentieren und blendet dazu bewusst naheliegende praxisrelevante Alternativen aus.
Akademisierung ist eine aber eben nicht "die" Lösung für die zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen.
Nicht umsonst wurden die Gesundheitsfachberufe im Deutschen Qualifikationsrahmen nicht in den Bachelorabschluss eingegliedert.

Eine höhere Vergütung resultiert aus der Akademisierung nicht, so unter anderem Barabara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Zu guter Letzt: Das Argument, dass in vielen Ländern der ergotherapeutische Beruf ausschließlich als Studium angeboten wird, reicht als Begründung für eine Akademisierung in Deutschland nicht aus. Schließlich sagt ein Studiengang zunächst einmal nichts über dessen qualitativen Inhalt aus. Darüber hinaus sind die länderspezifischen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
Neben den Occupational Therapists arbeiten beispielsweise in den USA noch Occupational Assistents und letztere werden für die laufende Arbeit am Patienten eingesetzt.
Aus unserer Sicht alles andere als erstrebenswert unter dem Gesichtspunkt eines qualitativ hochwertigen Versorgungsstandards direkt am Patienten.

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