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Unterlagen für den Praxisalltag >> Ergotherapie-Verordnungen durch Psychologische Psychotherapeut_innen ab 2021
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Ergotherapie-Verordnungen durch Psychologische Psychotherapeut_innen ab 2021

Veröffentlicht am 20.11.2020

Ab dem 01. Januar 2021 (Ausstellungsdatum !!) dürfen Psychologische Psychotherapeut_innen unter bestimmten Voraussetzungen ergotherapeutische Verordnungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen ausstellen. 

In die Heilmittelrichtlinie wird dafür u.a. in §35 ein neuer Absatz 4 mit folgendem Inhalt eingefügt:

"...
(4) Die Verordnung durch eine Vertragspsychotherapeutin oder einen Vertragspsychotherapeuten ist nur zulässig, wenn eine Diagnose aus dem Indikationsspektrum zur Anwendung von Psychotherapie
- gemäß geltender jeweils aktueller Psychotherapie-RL vorliegt oder
- gemäß Anlage I Nummer 19 (Neuropsychologische Therapie) § 4 der RL des G-BA zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen
Versorgung vorliegt.
Über die oben definierten Indikationsbereiche hinaus ist eine Verordnung auch dann zulässig, wenn eine Diagnose aus dem Indikationsspektrum des Kapitels V „Psychische und Verhaltensstörungen“ der ICD-10-GM Version 2020 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, Version 2020) vorliegt und eine Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgt
..."

Ergotherapeutische Praxen können also ab 2021 (Ausstellungsdatum!) Verordnungen von Psychologischen Psychotherapeut_innen bearbeiten, bei denen es sich um eine F-Diagnose (ICD-10-Code F00 bis F99) handelt, sofern diese in der ICD-10-GM Version 2020 enthalten ist.

Zusätzlich sind folgende Diagnosen mit den unten ebenfalls aufgeführten Einschränkungen möglich:

Diagnosen laut aktueller Psychotherapie-RL

Diagnosen laut aktueller Psychotherapie-RL sind dort in §27 zu finden (Stand 24.01.2020):

"...
(1) ...
1. Affektive Störungen: depressive Episoden, rezidivierende depressive Störungen, Dysthymie;
2. Angststörungen und Zwangsstörungen;
3. Somatoforme Störungen und Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen);
4. Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen;
5. Essstörungen;
6. Nichtorganische Schlafstörungen;
7. Sexuelle Funktionsstörungen;
8. Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen;
9. Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.
(2) ...
1a. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (Alkohol, Drogen und Medikamente) ...
1b. Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide und gleichzeitige stabile substitutionsgestützte Behandlung ...
2. Seelische Krankheit auf Grund frühkindlicher emotionaler Mangelzustände oder tiefgreifender Entwicklungsstörungen, in Ausnahmefällen auch seelische Krankheiten, die im Zusammenhang mit frühkindlichen körperlichen Schädigungen oder Fehlbildungen stehen.
3. Seelische Krankheit als Folge schwerer chronischer Krankheitsverläufe.
4. Schizophrene und affektive psychotische Störungen. ..."

Diagnosen gemäß Anlage I Nummer 19 (Neuropsychologische Therapie) § 4 der RL des G-BA zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen
Versorgung

Versorgung sind folgende (Stand 22.07.2020) :

"...
(1) 1Indikationen zur neuropsychologischen Therapie sind (gemäß Internationale Klassifikation der Krankheiten [ICD-10]):
  1. F04 Organisches amnestisches Syndrom, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt,
  2. F06.6 Organische emotional labile (asthenische) Störung,
  3. F06.7 Leichte kognitive Störung,
  4. F06.8 Sonstige näher bezeichnete organische psychische Störungen aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit,
  5. F06.9 Nicht näher bezeichnete organische psychische Störungen aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit,
  6. F07 Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns
jeweils nach insbesondere im Rahmen eines akuten Ereignisses z. B. Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma erworbener Hirnschädigung oder Hirnerkrankung (hirnorganische Störung). 2Die Anwendung der neuropsychologischen Therapie ist dabei nur zulässig bei krankheitswertigen Störungen in den folgenden Hirnleistungsfunktionen (Teilleistungsbereichen):
  1. Lernen und Gedächtnis,
  2. Höhere Aufmerksamkeitsleistungen,
  3. Wahrnehmung, räumliche Leistungen,
  4. Denken, Planen und Handeln,
  5. Psychische Störungen bei organischen Störungen.

(2) 1Voraussetzung für die Anwendung der neuropsychologischen Therapie ist, dass die basalen Aufmerksamkeitsleistungen vorhanden sind und eine positive Behandlungsprognose besteht. 2Die Feststellung, ob die vorgenannte Voraussetzung erfüllt ist, hat vor Beginn der Behandlung zu erfolgen. 3Sie ist Bestandteil der Indikationsstellung gemäß § 5.

(3) 1Die Durchführung einer ambulanten neuropsychologischen Therapie ist ausgeschlossen, wenn:
  1. die medizinische Notwendigkeit einer stationären oder rehabilitativen Maßnahme gegeben ist oder
  2. ausschließlich angeborene Einschränkungen oder Behinderungen der Hirnleistungsfunktionen ohne sekundäre organische Hirnschädigung behandelt werden sollen, z. B. Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität (AD[H]S), oder Intelligenzminderung oder
  3. es sich um eine Erkrankung des Gehirns mit progredientem Verlauf im fortgeschrittenen Stadium, z. B. mittel- und hochgradige Demenz vom Alzheimertyp, handelt oder
  4. das schädigende Ereignis oder die Gehirnerkrankung mit neuropsychologischen Defiziten bei erwachsenen Patientinnen und Patienten länger als fünf Jahre zurückliegt.
2Ausnahmen hiervon können von der zuständigen Krankenkasse vor Beginn der Therapie auf Antrag einer qualifizierten Therapeutin oder eines qualifizierten Therapeuten genehmigt werden, wenn im Einzelfall eine hinreichende Aussicht auf die Erreichung des Therapieerfolges besteht. ..."

Kontrollieren Sie daher bei Verordnungen durch Psychologische Psychotherapeut_innen zunächst, ob die Diagnose zu den für Psychologische Psychotherapeuten "erlaubten" Diagnosen zählt. Wenn dies gegeben ist, behandeln Sie die Patient_innen und Verordnungen genauso wie die der verordnenden Ärzt_innen.

Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zur Verfügung. 
Ihr BED-Team



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