Veröffentlicht am 13.02.2026
Am 08. März stehen die Landtagswahlen in Baden-Württemberg an.
Wir haben uns die einzelnen Wahlprogramme im Bezug auf die Ergotherapie und die Heilmittelversorgung insgesamt angeschaut.
Erfreulich ist, dass die Politik in Baden-Württemberg Gesundheitsversorgung zunehmend als Teamleistung erkennt und sich auch mehrheitlich für die Schulgeldfreiheit bei den Therapieberufen ausspricht.
Ergotherapie und alle anderen Heilmittelbereiche sind der Schlüssel zur Vermeidung von Pflege und zur Sicherung von Teilhabe und Selbstständigkeit im Alter.
Seit vielen Jahren wiederholen wir diese Botschaft in Richtung der Politik – vielleicht reift nun langsam die Erkenntnis.
Folgend die Wahlprogramme im Einzelnen:
SPD
https://www.spd-bw.de/dl/spd_bw_Wahlprogramm_final.pdf
Die SPD beschreibt den Ausbau multiprofessioneller und regional koordinierter Versorgung, unter anderem mit Community Health Nurses und neuen Aufgaben in der Primärversorgung. Im Gesundheitskapitel wird die Schulgeldfreiheit für Therapieberufe gefordert. Die Akademisierung in den Gesundheitsberufen sieht die SPD als sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Fachkräfteausbildungen. Die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen im Gesundheitswesen muss aus Sicht der SPD zukünftig gebührenfrei, schnell und weniger bürokratisch sein.
Grüne
https://www.gruene-bw.de/wahlen/wahlprogramm-landtagswahl-2026/
Im Programm wird eine Gesundheitsversorgung „der Zukunft“ mit multiprofessionellen Teams beschrieben. Primärversorgungszentren sowie Case Management Aufgaben sollen in der Regelversorgung verankert werden. Das deutet auf ein erweitertes Rollenverständnis auch für nicht ärztliche Gesundheitsberufe hin. Explizit wird die Schulgeldfreiheit für Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie gefordert. Digitalisierung soll einen niedrigschwelligen Zugang zur Versorgung ermöglichen und unnötige Bürokratie abbauen. Gesundheit in allen Politikfeldern mitzudenken (Health in all Policies) ist dabei ein Leitgedanke der Grünen.
FDP
https://www.fdpbw.de/beschluss/landtagswahlprogramm-2026-der-freien-demokraten-baden-wuerttemberg
Sportmedizin, Physiotherapie und Psychologie möchte die FDP stärker vernetzen, um ganzheitliche Betreuungskonzepte für Sportler aller Leistungsniveaus zu etablieren. Die Rahmenbedingungen für Hebammen und Heilmittelerbringer (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Podologie) sollen verbessert und die Schulgeldfreiheit durchgesetzt werden. Die FDP erkennt die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft mit etwa einer Millionen Beschäftigten.
CDU
https://www.cdu-bw.de/data/documents/2025/12/23/421-694a550dab0f1.pdf
Die CDU will neue Berufsbilder fördern (u. a. Primary Care Manager, Advanced Practice Nurses) und die wohnortnahen Angebote ambulanter Heilmittelerbringer sichern. Multiprofessionelle Teams werden als Ziel beschrieben. Der Anerkennungsprozess für ausländische Fachkräfte will man vereinfachen und beschleunigen. Die Schulgeldfreiheit für Gesundheitsberufe und neue Rahmenbedingungen für die Ergänzungsschulen in der Ergotherapie sollen durchgesetzt werden. Patientensteuerung soll über Hausärzt*innen als Gesundheitslotsen gelingen.
DIE LINKE.
https://www.die-linke-bw.de/landtagswahl/landtagswahl-2026/wahlprogramm-kandidierende/lant/
Die LINKE betont Gesundheit als Menschenrecht. Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen verdienen gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Die Schulgeldfreiheit in den Therapieberufen wird nicht thematisiert. Anknüpfungspunkte für die Therapieberufe könnte es bei den Themen Kommunale Gesundheitszentren und Solidarische Stadtteilgesundheitszentren geben, mit denen wohnortnahe Versorgungsstrukturen verbessert werden sollen – adressiert sind sie hier jedoch nicht direkt.