Veröffentlicht am 17.03.2026

© Staatskanzlei RLP
Am 22. März stehen die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz an.
Wir haben uns die einzelnen Wahlprogramme im Bezug auf die Ergotherapie und die Heilmittelversorgung insgesamt angeschaut.
Erfreulich ist, dass in Rheinland-Pfalz mehrere Parteien Gesundheitsversorgung inzwischen nicht mehr nur als Frage von Ärzt*innen und Krankenhäusern verstehen. Gerade dort, wo multiprofessionelle Teams, sektorenübergreifende Versorgung, wohnortnahe Angebote und barrierefreie Therapiepraxen mitgedacht werden, wird sichtbar, dass Heilmittelberufe politisch langsam stärker wahrgenommen werden. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Die Ergotherapie und die Heilmittelversorgung insgesamt werden noch immer zu selten ausdrücklich benannt, obwohl genau sie entscheidend dazu beitragen, Pflege zu vermeiden, Teilhabe zu sichern und Selbstständigkeit zu erhalten.
Seit vielen Jahren wiederholen wir diese Botschaft in Richtung der Politik – vielleicht reift nun langsam die Erkenntnis.
Folgend einige Wahlprogramme im Einzelnen:
SPD
https://www.spd-rlp.de/wp-content/uploads/sites/1649/2026/01/Regierungsprogramm_2026-2031.pdf
Die SPD beschreibt Gesundheitsversorgung erkennbar als Teamaufgabe. Im Programm heißt es ausdrücklich, dass multiprofessionelle Teams in Praxen und Kliniken die Zukunft seien. Mit Projekten wie HÄPPI RLP, kommunalen MVZ, interprofessionellen Teams im ländlichen Raum und der weiteren Fachkräftestrategie für Pflege- und Gesundheitsfachberufe werden Strukturen benannt, an die auch Heilmittelberufe anschlussfähig sind. Hinzu kommt die angekündigte Modernisierung der Ausbildung in den Gesundheitsberufen. Die Ausbildung in den Gesundheitsberufen soll durchgängig gebührenfrei erfolgen. Die Ergotherapie wird nicht ausdrücklich herausgestellt, aber die Richtung stimmt.
CDU
https://www.cdurlp.de/magazin/wahlprogramm-2026/
Die CDU setzt vor allem auf Versorgungssicherheit im ganzen Land. Genannt werden regionale Praxiskliniken, Digitalisierung, schnellere Terminvermittlung sowie Prävention und Rehabilitation als Mittel zur Sicherung von Lebensqualität. Für die Heilmittelversorgung ist das insofern relevant, als Prävention und Rehabilitation ohne therapeutische Berufe praktisch nicht tragfähig sind. Auffällig ist aber auch hier: Die Therapieberufe werden nicht ausdrücklich als eigener Baustein benannt. Das Programm bleibt an dieser Stelle eher allgemein.
Bündnis90/Die Grünen
https://gruene-rlp.de/wahlprogramm-landtagswahl-2026/
Die Grünen sind bei den Gesundheitsfachberufen sehr klar. Sie wollen die seit 2022 bestehende Schulgeldfreiheit erhalten und die Ausbildungskosten weiter durch das Land tragen. Hinzu kommen ein Förderprogramm für die Barrierefreiheit bestehender Arzt- und Therapiepraxen, Regiokliniken, Therapietaxis, mobile ärztliche Praxen, Community Health Nurses sowie regionale Gesundheitsplanung zur sektorenübergreifenden Versorgung. Das ist eines der wenigen Programme, in denen die Bedingungen für wohnortnahe Therapie nicht nur abstrakt, sondern ganz praktisch mitgedacht werden.
FDP
https://www.fdp-rlp.de/sites/default/files/2025-12/FDPRLP_Programm%20LTW%202026.pdf
Auch die FDP nennt die Schulgeldfreiheit für Gesundheitsfachberufe ausdrücklich. Darüber hinaus zeichnet sie ein gesundheitspolitisches Leitbild, in dem Therapierende sichtbar vorkommen: Telemedizin, digitale Anwendungen, sektorenübergreifender Datenaustausch, offene digitale Versorgungsmodelle und multiprofessionelle Teams sollen die Versorgung effizienter machen. Logopäd*innen und Ergotherapeut*innen soll in frühkindliche Bildungsangebote einbezogen werden. Positiv ist außerdem, dass Therapeut*innen im Programm ausdrücklich als Teil des Gesundheitswesens benannt werden. Der Schwerpunkt liegt insgesamt stark auf Digitalisierung und Eigenverantwortung. Die Heilmittelversorgung erscheint damit eher eingebettet als eigenständig herausgearbeitet. Speziell auch in der Geriatrie möchte die FDP die Therapieberufe stationär und auch in ambulanten Netzwerken stärker einbinden.
Die Linke
https://www.dielinke-rhlp.de/fileadmin/lv/dokumente/2025/2025-11-22_Programmparteitag/LTW26_wahlprogramm_final_v2_end.pdf
Die Linke benennt die Heilmittelberufe am direktesten. Sie fordert kommunale Behandlungszentren, in denen Psychotherapie gemeinsam mit Ergotherapie, Physiotherapie, Sozialarbeit, Pflegefachkräften und Ärztinnen vor Ort organisiert wird. Zudem spricht sie sich gegen Budgetierungen aus, die Art oder Umfang der Behandlung einschränken, und fordert eine evidenzbasierte, bedarfsorientierte ambulante Versorgung. Damit wird sehr klar formuliert, dass Versorgung sich am Bedarf der Patientinnen und nicht an engen Systemgrenzen orientieren muss.
Übersicht Wahlprogramme aller Parteien
Eine Übersicht über die Wahlprogramme aller Parteien bietet der SWR unter folgendem Link:
https://www.swr.de/swraktuell/wahlen/landtagswahl/wahlprogramme-im-check-landtagswahl-rlp-2026-100.html