Veröffentlicht am 10.04.2026
Aktualisiert am 26.06.2026

„Sie haben die Gelenke eines 80-Jährigen. Kein Wunder, dass Sie Schmerzen haben!“
Sätze wie dieser begegnen Menschen mit Schmerzen bis heute.
Fakt ist: Moderne Schmerzforschung zeigt, dass strukturelle Veränderungen häufig nur begrenzt mit dem tatsächlichen Schmerzerleben zusammenhängen. Viele Menschen haben auffällige MRT- oder Röntgenbefunde und sind beschwerdefrei. Andere leiden unter starken Schmerzen, obwohl sich bildgebend nur wenige Veränderungen zeigen.
Schmerz entsteht nicht allein im Gewebe. Er wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst: frühere Erfahrungen, Erwartungen, Stress, Bewegung, Schlaf, soziale Belastungen, das Nervensystem und nicht zuletzt durch die Art, wie über Schmerzen gesprochen wird.
Das Verständnis von Schmerz hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert, das Wissen darüber hat sich aber noch nicht ausreichend verbreitet.
Für Therapeut*innen bedeutet das: Wer Patient*innen mit Schmerzen wirksam begleiten möchte, braucht mehr als anatomisches Wissen oder klassische Übungsprogramme. Es braucht ein Verständnis dafür, wie Schmerz entsteht, warum er bestehen bleibt und welche Faktoren Veränderung ermöglichen.
Moderne Schmerztherapie geht über den Befund hinaus
Chronische Schmerzen und unspezifische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für therapeutische Behandlungen in Ergo- und Physiotherapie. Viele Betroffene leben über Jahre mit Einschränkungen, Rückzug, Frustration und dem Gefühl, ihrem Körper nicht mehr vertrauen zu können.
Gleichzeitig halten sich zahlreiche Mythen rund um das Thema Schmerz äußerst hartnäckig. Nicht alles, was plausibel klingt, ist auch wissenschaftlich korrekt. Und nicht jede strukturelle Veränderung erklärt die Beschwerden eines Menschen.
"Das Schmerz Einmaleins" vermittelt deshalb ein modernes biopsychosoziales Schmerzverständnis und verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten therapeutischen Handlungsmöglichkeiten.
Das lernen Sie im Seminar
Im Seminar beschäftigen Sie sich mit den Grundlagen moderner Schmerzwissenschaft und deren Bedeutung für die therapeutische Praxis.
Sie lernen unter anderem
- wie Nozizeption und Schmerz zusammenhängen – und warum beides nicht dasselbe ist
- welchen Einfluss Placebo- und Nocebo-Effekte auf Therapieergebnisse haben können
- wie Sensibilisierung und Schmerzgedächtnis entstehen
- was sich hinter Neurotags und der kortikalen Körpermatrix verbirgt
- wie Graded Motor Imagery und Spiegeltherapie eingesetzt werden können
- welche Rolle Kontextfaktoren, Lebensumstände und Verhalten beim Schmerzerleben spielen
- wie Sie Schmerzmythen erkennen und wissenschaftlich einordnen.
Der Kurs verbindet aktuelle Evidenz mit praxisnahen Beispielen, Fallbesprechungen und Austausch auf Augenhöhe.
Ihr Praxisvorteil: Mehr Sicherheit bei komplexen Schmerzverläufen
Menschen mit chronischen Schmerzen gehören häufig zu den anspruchsvollsten Klient*innen im therapeutischen Alltag. Gleichzeitig bieten moderne Schmerzkonzepte zahlreiche Möglichkeiten, Therapie wirksamer und verständlicher zu gestalten.
Für Ihre Praxis bedeutet das
- mehr Sicherheit bei der Einschätzung von Schmerzmechanismen
- bessere Kommunikation und Aufklärung von Patient*innen
- frühzeitiges Erkennen von Chronifizierungsrisiken
- stärkere Förderung von Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung
- konkrete Werkzeuge für den direkten Einsatz im Therapiealltag
Sie erweitern Ihr Verständnis von Schmerz und gewinnen neue Perspektiven für Menschen, deren Beschwerden sich nicht allein durch Gewebe oder Befunde erklären lassen.
Für BED-Mitglieder: 20 Prozent Vorteil
Als Mitglied im Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland (BED) e.V. profitieren Sie dauerhaft von 20 Prozent Rabatt auf die Teilnahmegebühr aller InWi Seminare.
Termine und Anmeldung
"Das Schmerz Einmaleins Online" (2-tägig)
Samstag, 14.11.2026 I 8:00 - 17:00 Uhr
Samstag, 21.11.2026 I 8:00 - 17:00 Uhr I online (22 UE/ FP)
"Das Schmerz Einmaleins Online" (2-tägig)
Samstag, 17.04.2027 I 8:00 - 17:00 Uhr
Samstag, 24.04.2027 I 8:00 - 17:00 Uhr I online (22 UE/ FP)
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