Veröffentlicht am 23.04.2026


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Es ist kurz vor 12 Uhr. Alle Ergotherapeut*innen sind akut und unmittelbar betroffen. Durch die geplante GKV-Reform droht ein Flächenbrand mit verheerenden Auswirkungen - wie in unseren letzten Artikeln dazu geschildert (siehe unter weitere Informationen).
Der BED e.V. setzt alles daran, dies noch zu verhindern. Doch ohne Ihre Unterstützung wird die Politik uns voraussichtlich kein Gehör schenken. Inwiefern sind Sie betroffen und was kann jeder einzelne von Ihnen jetzt konkret tun?
Inwiefern Sie betroffen sind
1. Die geplante Abschaffung der versorgungsbezogenen Blanko-VO-Pauschale reduziert die Praxiserträge mit sofortiger Wirkung - bei gleichbleibenden Aufwendungen und bereits angepassten Gehältern ein finanzielles Desaster. Auch angestellte Ergotherapeut*innen werden das direkt zu spüren bekommen, spätestens bei der nächsten Gehaltsverhandlung.
2. Die Deckelung der Vergütungsentwicklung mit der vorgesehenen Rückkehr zur Grundlohnsummenbindung bedeutet: Die Vergütung wird durch die erneute Koppelung an die GKV-Einnahmen den realen Kosten und den notwendigen Investitionen in der Ergotherapie niemals gerecht werden können - ein Rückschritt in die Vergangenheit mit den bekannten Folgen: Fachkräfteengpässe, bedrohte Praxen, niedrige Einkommen, Ausbildungslasten und Altersarmutsrisiken.
3. Durch die beabsichtigte sofortige deutliche Erhöhung der Zuzahlung mit einer zusätzlich jährlichen Steigerung werden Ihre Patient*innen noch mehr als bisher zur Kasse gebeten. Viele werden sich ihre notwendige Behandlung dann voraussichtlich nicht mehr leisten können. Auch Sie als Therapierende werden die Auswirkungen hautnah mit erleben müssen.
Handeln Sie jetzt - Werden Sie laut
Am 29. April befasst sich das Bundeskabinett voraussichtlich mit dem Referentenentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG). Die Uhr tickt. Handeln Sie unverzüglich:
1. Schreiben Sie Ihrem/Ihrer Wahlkreisabgeordneten im Bundestag, warum und wie genau Sie persönlich von der geplanten GKV-Reform betroffen sein werden. Schildern Sie, wie die Verschlechterungen für Sie aussehen werden - ganz konkret.
2. Informieren Sie Ihre Kolleg*innen, Patient*innen, Kooperationspartner*innen über diese Aktion - je mehr Betroffene Ihre Wahlkreisabgeordneten über den drohenden Versorgungsrückschlag direkt informieren, desto höher ist die Chance, den bevorstehenden Flächenbrand noch abzuwenden.
3. Unterzeichnen Sie diese Petition zur Sicherung der therapeutischen Versorgung von Franziska Klöhn.
4. Hängen Sie sich dieses Plakat in Ihre Praxis "Therapie ist systemrelevant":
Aufruf aus Instagram
Wir sind für Sie da
Weitere Informationen zum Thema finden Sie in folgenden BED-Artikeln
Pressemitteilung Berufsverbände zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG)
Referentenentwurf zur GKV-Stabilisierung: Mehr Verantwortung in der Therapie, aber weniger Anerkennung und mehr Belastung
Koalitionsbeschluss zur GKV-Reform: Heilmittelverbände warnen vor Rückkehr zur Fehlsteuerung im Heilmittelbereich
Wenn Sparen nach Gerechtigkeit klingen soll: Die politischen Erzählungen hinter der GKV-Reform
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