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Veränderung lässt sich nicht verordnen

Veröffentlicht am 29.05.2026

InWi (Institut Wissen)

Motivational Interviewing – Motivierende Gesprächsführung für Therapierende

Sie kennen diese Situationen vielleicht aus Ihrem ergotherapeutischen Alltag:

Ein Klient möchte eigentlich mehr Struktur in seinen Arbeitsalltag bringen, nimmt sich regelmäßig vor, Prioritäten klar zu setzen, kommt aber immer wieder davon ab und schiebt kurzfristige Aufgaben dazwischen, die eigentlich noch keine Dringlichkeit haben. Das Umfeld einer Klientin drängt nach einem Herzinfarkt auf mehr Aktivität, weil Bewegung als wichtig für die Herzgesundheit gilt. Die Klientin selbst möchte es jedoch langsam angehen lassen und vermeidet Anstrengung außerhalb ihrer angeleiteten Herzsportgruppe, da ihr das Erlebnis große Angst bereitet hat. Oder Sie wissen als Therapeut*in sehr genau, welche Anpassung, welches Hilfsmittel oder welcher nächste Schritt helfen könnte, merken aber, Ihr Therapieplan wird nicht umgesetzt.

Als Ergotherapeut*in bewegen Sie sich dabei oft in einem Spannungsfeld. Sie erkennen Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten, sehen aber auch Risiken, Stolperfallen oder Verhaltensweisen, die Rehabilitation verlangsamen oder erschweren können. Sie möchten Menschen dabei unterstützen, ihre Betätigungsziele zu erreichen, erleben aber gleichzeitig, dass Veränderung nicht einfach dadurch entsteht, dass wir Zusammenhänge erklären oder kreative Lösungsansätze anbieten.

Denn die meisten Menschen verändern ihr Verhalten nicht deshalb, weil ihnen jemand sagt, was sinnvoll wäre. Sie verändern sich dann, wenn die Veränderung für sie selbst bedeutsam wird.

Genau hier setzt Motivational Interviewing, kurz MI, an.

MI versteht Klient*innen als Expert*innen ihres eigenen Lebens. Statt Lösungen vorzugeben, Ratschläge zu verteilen oder Menschen von einer Veränderung überzeugen zu wollen, geht es darum, zuzuhören, Ambivalenzen zu verstehen und gemeinsam herauszuarbeiten, welche Ziele, Werte und Betätigungen für die Person wirklich wichtig sind.

Für die Ergotherapie ist dieser Ansatz besonders naheliegend. Schließlich steht nicht die Verhaltensänderung an sich im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Betätigungen einem Menschen wichtig sind, welche Hindernisse ihm begegnen und wie er selbst Wege finden kann, diese zu überwinden. Motivational Interviewing liefert dafür keine Gesprächstricks, sondern eine Haltung: respektvoll, auf Augenhöhe und konsequent klient*innenzentriert.

Das klingt zunächst selbstverständlich. Im Alltag geraten wir jedoch schnell in die Rolle der Expert*innen, die erklären, begründen und empfehlen. MI erinnert uns daran, dass nachhaltige Veränderung meist dort beginnt, wo Menschen ihre eigenen Gründe für Veränderung entdecken und nicht dort, wo wir die besten Argumente liefern.

Das lernen Sie im Seminar

Im Seminar erhalten Sie eine intensive Einführung in die Grundhaltung, Prinzipien und Techniken des Motivational Interviewing. Sie lernen, wie Sie Gespräche so gestalten, dass Vertrauen entstehen kann und Veränderungsprozesse auf Augenhöhe begleitet werden.

Ein Schwerpunkt liegt auf aktivem Zuhören, dem Umgang mit Ambivalenz und der Frage, wie Verantwortung dort bleiben kann, wo sie hingehört: bei den Klient*innen selbst.

Sie beschäftigen sich unter anderem mit den vier Stufen des Zuhörens, wertschätzender Kommunikation, dem professionellen Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen sowie mit Strategien, um Veränderungsmotivation hervorzulocken, statt sie vorzugeben. Der hohe Praxisanteil ermöglicht es Ihnen, die Inhalte direkt auf Ihren therapeutischen Alltag zu übertragen.

Ihr Praxisvorteil: Weniger Widerstand, mehr Zusammenarbeit

Motivational Interviewing verändert häufig nicht nur Gespräche, sondern die gesamte therapeutische Beziehung.

Sie lernen, Ambivalenzen besser zu verstehen und Veränderungsprozesse nachhaltiger zu begleiten. Gleichzeitig stärken Sie Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit Ihrer Klient*innen und bleiben auch in schwierigen Gesprächssituationen ruhiger, klarer und handlungsfähiger.

Gerade in der Ergotherapie, in der Alltag, Betätigung, Selbstständigkeit und Teilhabe im Mittelpunkt stehen, kann MI helfen, therapeutische Ziele gemeinsam tragfähiger zu entwickeln und Veränderung realistischer zu begleiten.

Termine und Anmeldung

„Motivational Interviewing - Motivierende Gesprächsführung für Therapierende“ (3-tägig)

Grundkurs in Hanau
Freitag, 15.01.2027 I 11:00 - 18:00
Samstag, 16.01.2027 I 09:00 - 17:30
Sonntag, 17.01.2027 I 09:00 - 16:30

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Grundkurs in Regensburg

Freitag, 12.02.2027 I 11:00 - 18:00
Samstag, 13.02.2027 I 09:00 - 17:30
Sonntag, 14.02.2027 I 09:00 - 16:30

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Grundkurs in Wiesbaden
Freitag, 18.06.2027 I 11:00 - 18:00
Samstag, 19.06.2027 I 09:00 - 17:30
Sonntag, 20.06.2027 I 09:00 - 16:30

🔗Zum Seminar

Neugierig geworden?

Wir entwickeln unser Fortbildungsprogramm kontinuierlich weiter und greifen Themen auf, die im therapeutischen Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein regelmäßiger Blick auf unsere Website und unseren Instagram-Kanal lohnt sich.

 

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Auf unserer Webseite arbeiten wir teilweise sprachlich dem Duden entsprechend mit dem generischen Maskulinum. Dies bedeutet, dass die allgemein bekannte verallgemeinernde, grammatikalisch männliche Bezeichnung gewählt wird. Hiermit sind in jedem Fall Personen aller Geschlechter gleichermaßen gemeint.
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