Veröffentlicht am 17.06.2026

Grafik: Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland (BED) e.V., KI-unterstützt erstellt.
Am 11. Juni 2026 haben Heilmittelerbringende in Berlin ein deutliches Zeichen gesetzt. Rund 300 Therapierende kamen am Friedrich-Ebert-Platz zusammen, um auf die aktuelle Situation der Heilmittelversorgung aufmerksam und ihre Anliegen im laufenden politischen Verfahren sichtbar zu machen.
Für den BED war Volker Brünger vor Ort. Der BED hatte die Veranstaltung im Vorfeld beworben und unterstützt. Aus Sicht des BED hat die Kundgebung eindrucksvoll gezeigt: Politische Wirkung entsteht nicht allein durch große Teilnehmerzahlen, sondern auch durch klare Botschaften, gute Vorbereitung, fachliche Substanz und den richtigen Ort.
Die Lage am Friedrich-Ebert-Platz erwies sich dabei als besonders günstig. Politiker*innen konnten sich im parlamentarischen Alltagsbetrieb direkt und niedrigschwellig ein Bild machen, mit den Teilnehmenden sprechen und die Anliegen der Heilmittelerbringenden unmittelbar aufnehmen. Aus dem Gesundheitsbereich nahmen unter anderem Christina Stange (DIE LINKE) und Simone Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) an der Kundgebung teil.
Sichtbarkeit vor Ort, Gespräche im Anschluss
Für den BED war die Kundgebung ein starkes Zeichen der Branche. Ein besonderer Dank gilt der Organisatorin Franziska Klöhn, die mit der Veranstaltung einen wichtigen Rahmen geschaffen hat. Gerade dieser Rahmen war entscheidend: Die Kundgebung machte die Anliegen der Heilmittelerbringenden sichtbar und schaffte so zugleich direkte Anknüpfungspunkte für den politischen Austausch.
Im Anschluss fanden Gespräche mit Daniela Rump (SPD) sowie mit dem Büro von Serdar Yüksel (SPD) statt. Angeregt worden war der Termin von Marlis Pantaleo und Katharina Schorein, die die Versorgung im Wahlkreis von Frau Rump sichern. Begleitet wurden die Gespräche von Volker Brünger für den BED und Diethild Remmert für LOGO Deutschland.
Am darauffolgenden Freitag fand zudem ein sehr guter Austausch mit Dr. Tanja Machalet (SPD), der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, statt. An diesem Termin nahmen neben Volker Brünger und Diethild Remmert auch Sindy Burow (ZFD Podo Deutschland), Bernd Liebenow (VDB) und Dr. Andrea Lambeck (VDOE) teil.
Gute inhaltliche Arbeit zahlt sich aus
Die Ereignisse zeigen, wie wichtig fachlich fundierte Vorbereitung und verbandliche Zusammenarbeit sind. Der BED bringt sich seit Beginn der politischen Diskussionen zum GKV-BStabG intensiv ein, bereitet Argumente auf, ordnet die Folgen für die Versorgung ein und macht deutlich, welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf Praxen, Beschäftigte und Patient*innen haben können.
Gleichzeitig zeigt sich: Diese Arbeit gewinnt zusätzlich an Kraft, wenn sie gemeinsam mit anderen Verbänden und mit engagierten Therapeut*innen vor Ort sichtbar wird. Die fachliche Argumentation des BED, die Gespräche mit politischen Entscheidungsträger*innen und das Engagement der Kolleg*innen aus der Versorgung greifen ineinander.
Ein konkretes Ergebnis dieser Arbeit ist die Einladung von BED, LOGO Deutschland und VDB zur Anhörung zum GKV-BStabG am 22. Juni im Gesundheitsausschuss. Damit erhalten zentrale Stimmen aus der Heilmittelversorgung die Möglichkeit, ihre Positionen direkt in das parlamentarische Verfahren einzubringen.
Eine Kundgebung muss nicht riesig sein, um Wirkung zu entfalten
Die Kundgebung in Berlin macht deutlich: Auch eine überschaubare Veranstaltung kann politisch wirksam sein, wenn sie gut vorbereitet ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort stattfindet und inhaltlich anschlussfähig ist.
Für viele politische Entscheidungsträger*innen wird Versorgung erst greifbar, wenn diejenigen sichtbar werden, die sie täglich sichern. Therapeut*innen, die vor Ort stehen, Fragen beantworten und konkrete Folgen politischer Entscheidungen beschreiben, schaffen eine andere Form von Aufmerksamkeit als schriftliche Stellungnahmen allein.
Beides ist notwendig: Die fachlich präzise Arbeit der Verbände und die öffentliche Sichtbarkeit der Berufsgruppen. Die Kundgebung am 11. Juni hat gezeigt, dass diese Verbindung Wirkung entfalten kann.
Der BED wird sich weiterhin im parlamentarischen Verfahren einbringen, die Auswirkungen des GKV-BStabG für die Ergotherapie und die Heilmittelversorgung insgesamt deutlich machen und gemeinsam mit anderen Verbänden für eine verlässliche, wirtschaftlich tragfähige und patient*innenorientierte Versorgung eintreten.
Gleichzeitig werben wir dafür, dass die Therapierenden sich in der politischen Debatte beteiligen und die Sichtbarkeit der Therapieberufe in der Fläche unterstützen.
Für Anregungen besuchen Sie gerne die Seite des Bündnis Zukunft Therapieberufe