Veröffentlicht am 21.08.2026
Was bedeutet eigentlich gute Therapie? Und wer entscheidet darüber, was Qualität in der Physiotherapie ist?
Diese Fragen werden auch gesundheitspolitisch immer relevanter. Für uns als BED ist dabei entscheidend: Wenn über Qualität im Heilmittelbereich gesprochen wird, müssen diejenigen an dieser Diskussion beteiligt sein, die Therapie jeden Tag gestalten und verantworten.
In der aktuellen Folge von Therapie.Insights spricht unser geschäftsführender Vorstand Christine Donner gemeinsam mit David Kunzmann (dk.sports.physio) über Qualität in der Physiotherapie und darüber, wie wir innerhalb der Therapieberufe selbst mit dieser Frage umgehen.
Qualität ist mehr als ein messbarer Wert
Wie lässt sich eigentlich feststellen, ob eine Therapie „gut“ ist?
Reicht es, Behandlungsergebnisse zu messen? Welche Bedeutung haben wissenschaftliche Evidenz, therapeutische Erfahrung und die individuellen Ziele der Patient*innen? Und können einheitliche Qualitätskriterien der Vielfalt therapeutischer Situationen überhaupt gerecht werden?
David Kunzmann und Christine Donner diskutieren unter anderem darüber:
- was Qualität in der Physiotherapie überhaupt bedeutet,
- ob und wie sich Therapiequalität objektiv messen lässt,
- welche Rolle evidenzbasierte Therapie spielt,
- wie individuelle Patient*innenziele berücksichtigt werden müssen,
- welche Verantwortung Therapeut*innen selbst für die Qualität ihrer Arbeit tragen,
- und wer Qualitätskriterien für die Heilmittelversorgung entwickeln und festlegen sollte.
Die Qualitätsdebatte müssen wir führen – aber nicht losgelöst von den Rahmenbedingungen
Wir als BED halten die Auseinandersetzung mit der Qualität therapeutischer Versorgung für wichtig.
Dass viele Therapeut*innen ihre eigene Arbeit kritisch hinterfragen, sich kontinuierlich fortbilden und ihre Behandlung verbessern möchten, spricht für einen hohen professionellen Anspruch innerhalb der Therapieberufe.
Gleichzeitig darf eine Qualitätsdebatte nicht losgelöst von den Bedingungen geführt werden, unter denen die Therapie stattfindet.
Qualität braucht Zeit. Qualität braucht Fachkräfte. Qualität braucht wirtschaftlich tragfähige Praxen. Und Qualität braucht Strukturen, die gute Therapie überhaupt ermöglichen.
Deshalb müssen wir neben der Frage nach der Qualität auch darüber sprechen, welche Rahmenbedingungen Therapeut*innen benötigen, um diese Qualität dauerhaft gewährleisten zu können.
Wer über Qualität entscheidet, muss therapeutische Expertise einbeziehen
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen im Heilmittelbereich ist für uns entscheidend, dass Qualitätskriterien nicht ausschließlich von außen definiert werden.
Therapeut*innen verfügen über die fachliche Expertise und erleben unmittelbar, wie unterschiedlich Patient*innen, Krankheitsbilder, Lebenssituationen und Therapieziele sein können.
Diese Perspektive muss Teil jeder politischen Diskussion über Qualitätssicherung im Heilmittelbereich sein.
Denn unser gemeinsames Ziel sollte nicht sein, möglichst viele Qualitätskennzahlen zu produzieren.
Unser Ziel muss eine Versorgung sein, die für Patient*innen tatsächlich besser wird.
🎙️ Jetzt die aktuelle Folge von Therapie.Insights mit David Kunzmann und unserem geschäftsführenden Vorstand Christine Donner anhören.