Veröffentlicht am 28.08.2026
In der letzten Folge von Therapie.Insights ging es um die Frage, was gute Physiotherapie eigentlich ausmacht. Doch daraus ergibt sich unmittelbar die nächste Frage:
Welchen Einfluss haben Therapierende unter den bestehenden Bedingungen überhaupt darauf, wie gut Therapie gelingt?
In der aktuellen Folge spricht unser geschäftsführender Vorstand Christine Donner erneut gemeinsam mit Physiotherapeut David Kunzmann (dk.sports.physio) darüber, wo die Verantwortung der Therapierenden beginnt – und wo die Strukturen unseres Gesundheitssystems Veränderungen erschweren oder sogar verhindern.
Nicht alles ist das System – aber auch nicht alles liegt bei uns
Als BED beschäftigen wir uns täglich mit den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Heilmittelversorgung. Vergütung, Bürokratie, Fachkräftemangel, gesetzliche Vorgaben und gesundheitspolitische Entscheidungen haben erheblichen Einfluss darauf, unter welchen Bedingungen Therapie stattfinden kann.
Doch gleichzeitig müssen wir uns als Berufsgruppe auch die Frage stellen:
Welche Veränderungen können wir bereits selbst anstoßen?
Christine Donner und David Kunzmann diskutieren unter anderem darüber,
- wie stark bestehende Strukturen therapeutisches Handeln begrenzen,
- welche Verantwortung Therapierende selbst übernehmen können,
- wo Therapie bereits heute verändert und weiterentwickelt werden kann,
- welche Veränderungen zwingend auf politischer Ebene stattfinden müssen,
- wie Veränderung innerhalb einer Berufsgruppe überhaupt entsteht,
- und welche Bedeutung Bildung und evidenzorientiertes Arbeiten dabei haben.
Gute Therapie braucht gute Rahmenbedingungen
Für uns als BED gehört beides zusammen.
Wir können von Therapierenden erwarten, dass sie ihre Arbeit reflektieren, sich fachlich weiterentwickeln und sich mit wissenschaftlicher Evidenz auseinandersetzen.
Aber wir können Qualitätsentwicklung nicht unabhängig von den Bedingungen betrachten, unter denen Therapierende arbeiten.
Wer mehr Evidenz, mehr Qualität und eine Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung fordert, muss auch die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen.
Dazu gehören aus unserer Sicht unter anderem wirtschaftlich tragfähige Praxen, angemessene Vergütungen, gute Bildungsstrukturen und ausreichend Zeit für fachliche Entwicklung.
Veränderung braucht auch eine starke Berufsgruppe
Gleichzeitig entsteht Veränderung nicht ausschließlich durch politische Entscheidungen.
Auch wir als Therapierende und Berufsverbände müssen diskutieren, welche Vorstellungen wir von unserem Beruf haben, welche Standards wir setzen wollen und wie wir die Heilmittelversorgung künftig gestalten möchten.
Deshalb ist die Diskussion zwischen Christine Donner und David Kunzmann für uns besonders wichtig:
Wo müssen wir das System verändern – und wo können wir als Berufsgruppe selbst anfangen?
Eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Aber eine Diskussion, die wir führen müssen.
🎙️ Jetzt die aktuelle Folge von Therapie.Insights mit David Kunzmann und unserem geschäftsführenden Vorstand Christine Donner anhören.