Veröffentlicht am 25.09.2026

Was passiert, wenn aus Unzufriedenheit über politische Entscheidungen eine gemeinsame Bewegung entsteht?
Das Aktionsbündnis Psychotherapie hat sich innerhalb kurzer Zeit bundesweit organisiert. Es vernetzt Psychotherapeut:innen, organisiert Protest und bringt sich in gesundheitspolitische Prozesse ein. Dabei setzt sich das Bündnis gegen Veränderungen ein, die es als Gefahr für die psychotherapeutische Versorgung bewertet.
In der aktuellen Folge von therapie.insights spricht Kevin Gensch mit Ronja Nippert vom Aktionsbündnis Psychotherapie und unserem geschäftsführenden Vorstand Christine Donner über politische Interessenvertretung, Protest und die Frage, welchen Einfluss Therapeut:innen entwickeln können, wenn sie sich gemeinsam organisieren.
Vom Protest zur politischen Bewegung
Zunächst geht es um die Entstehung des Aktionsbündnisses Psychotherapie.
Ronja Nippert berichtet darüber, warum sich innerhalb kurzer Zeit bundesweit Psychotherapeut:innen zusammengeschlossen haben, wie daraus eine organisierte Bewegung entstanden ist und welche Ziele das Bündnis verfolgt.
Dabei geht es nicht nur um öffentlichen Protest. Das Aktionsbündnis möchte die Perspektive der Psychotherapeut:innen in gesundheitspolitische Prozesse einbringen und auf mögliche Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Versorgung aufmerksam machen.
Christine Donner bringt dabei die Perspektive des BED und der Ergotherapie in die Diskussion ein. Gemeinsam betrachten die Gesprächspartner:innen, welche Parallelen zwischen Psychotherapie und Heilmittelversorgung bestehen und welche Bedeutung eine organisierte berufspolitische Interessenvertretung haben kann.
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz im Fokus
Ein zentrales Thema der Folge ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.
Das Aktionsbündnis Psychotherapie hat sich während des Gesetzgebungsverfahrens insbesondere gegen Änderungen bei der Finanzierung und Vergütung psychotherapeutischer Leistungen eingesetzt.
Auch wir als BED haben uns im Gesetzgebungsverfahren aktiv gegen die vorgesehenen Verschlechterungen für den Heilmittelbereich eingesetzt. Unser Ziel war klar: Die geplanten Eingriffe in die Vergütungsentwicklung und weitere Benachteiligungen der Heilmittelerbringenden gegenüber anderen Versorgungsbereichen durften aus unserer Sicht nicht Realität werden. Dafür haben wir unsere Forderungen in den politischen Prozess eingebracht und gemeinsam mit anderen Akteuren öffentlich Druck erzeugt.
Im Gespräch kommen damit Erfahrungen aus zwei therapeutischen Bereichen zusammen: Psychotherapie und Ergotherapie.
Es geht um Krankenkassen, politische Entscheidungen und Protest – und darum, wie diese Entscheidungen von denjenigen wahrgenommen werden, die ihre Auswirkungen unmittelbar in der Versorgung erleben.
Was können therapeutische Berufsgruppen gemeinsam erreichen?
Die Erfahrungen des Aktionsbündnisses Psychotherapie führen zu einer Frage, die auch für unsere berufspolitische Arbeit beim BED zentral ist:
Wie viel politischen Einfluss können Therapeut:innen entwickeln, wenn sie sich gemeinsam organisieren?
Berufspolitische Interessenvertretung findet nicht nur in Gesprächen mit Politik, Krankenkassen und anderen Akteuren des Gesundheitswesens statt.
Sie lebt auch davon, dass Therapeut:innen ihre Erfahrungen aus der Versorgung sichtbar machen, sich beteiligen und gemeinsame Anliegen unterstützen.
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