Veröffentlicht am 07.10.2026

Grafik: Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland (BED) e.V., KI-unterstützt erstellt.
Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Verantwortung für erkrankte, behinderte oder pflegebedürftige Angehörige übernehmen, werden als Young Carers bezeichnet. Ihre Unterstützung reicht von Aufgaben im Haushalt und der Organisation des Familienalltags bis hin zu körperbezogener Pflege und emotionaler Begleitung. Nach Angaben der Bundesregierung, auf die sich auch die Kinderkommission des Deutschen Bundestages bezieht, betrifft dies in Deutschland knapp 480.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Häufig bleiben ihre Belastungen lange unsichtbar. Folgen können Einschränkungen bei Freizeit und sozialen Kontakten, schulische Schwierigkeiten und gesundheitliche Belastungen sein.
Über die Situation von Young Carers und mögliche Wege zu einer besseren Unterstützung haben sich Sabrina Heizmann und Volker Brünger für den BED e. V. mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Truels Reichardt ausgetauscht.
Reichardt beschäftigt sich auch parlamentarisch intensiv mit den Belangen von Kindern und Jugendlichen. Er ist Kinderbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied der Arbeitsgruppe Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und stellvertretender Sprecher der schleswig-holsteinischen Landesgruppe der SPD-Bundestagsfraktion. Im Deutschen Bundestag gehört er zudem dem Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Kinderkommission an. Gerade die Kinderkommission hat sich Anfang 2026 ausführlich mit Young Carers und den bestehenden Hürden beim Zugang zu Unterstützung beschäftigt.
Alltag und Teilhabe stärker berücksichtigen
Im Gespräch konnte ausführlich beleuchtet werden, wie stark familiäre Sorgeverantwortung den Alltag junger Menschen prägen kann und weshalb vorhandene Unterstützungsangebote die Betroffenen nicht immer erreichen. Ein weiterer Schwerpunkt war die mögliche Rolle der Ergotherapie. Ihr Blick auf Alltag, Betätigung, Rollen, Routinen und gesellschaftliche Teilhabe kann helfen, Belastungen junger Menschen differenziert zu erfassen und Möglichkeiten zur Entlastung sichtbar zu machen.
Das Gespräch verlief sehr offen und konstruktiv. Truels Reichardt konnte die besonderen Herausforderungen von Young Carers aus seiner bisherigen parlamentarischen Arbeit unmittelbar einordnen. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass die unterschiedlichen bestehenden Strukturen rund um Familie, Pflege, Gesundheit, Schule und Jugendhilfe besser zusammengedacht werden müssen.
Besonders gefreut haben wir uns über die Bereitschaft, den Austausch fortzuführen und gemeinsam zu verfolgen, wie Young Carers früher wahrgenommen und besser unterstützt werden können.
Wir bedanken uns bei Truels Reichardt und seinem Team für den fachlich sehr guten Austausch und die Unterstützung bei der weiteren Vernetzung.
Quellen
Deutscher Bundestag, Kinderkommission – Fachgespräch „Young Carers in Deutschland“, 14. Januar 2026.
SPD-Bundestagsfraktion – Truels Reichardt, Funktionen und Aufgaben.