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Warum gute Argumente manchmal nicht reichen

Veröffentlicht am 23.10.2026

InWi (Institut Wissen)

„Ich weiß ja, dass ich die Übungen machen sollte.“

„Eigentlich müsste ich mich mehr bewegen.“

Solche Sätze gehören zum therapeutischen Alltag. Das Wissen ist vorhanden, die nächsten Schritte wurden besprochen. Vielleicht haben Sie auch ausführlich erklärt, warum eine Veränderung sinnvoll wäre.

Und trotzdem passiert wenig.

Die naheliegende Reaktion ist häufig, noch einmal genauer zu erklären oder weitere Argumente zu liefern.

Doch fehlendes Wissen ist nicht immer das eigentliche Problem.

Wissen allein verändert noch kein Verhalten

Eine Patientin möchte beispielsweise wieder aktiver werden und weiß, dass regelmäßige Bewegung hilfreich wäre. Gleichzeitig kostet der Alltag bereits viel Energie.

Vielleicht gab es auch schon erfolglose Versuche. Dann fehlt nicht unbedingt die Einsicht, sondern eher die Zuversicht, dass Veränderung diesmal gelingen kann.

Noch ein gutes Argument löst diesen inneren Konflikt nicht automatisch auf.

Für Therapierende entsteht dabei schnell eine schwierige Situation: Sie sehen Möglichkeiten und möchten unterstützen. Je stärker Sie jedoch versuchen, die andere Person von einer Veränderung zu überzeugen, desto mehr Verantwortung für diesen Prozess übernehmen Sie möglicherweise selbst.

Damit stellt sich eine wichtige Frage:

Wer arbeitet hier eigentlich stärker an der Veränderung, Patient*in oder Therapeut*in?

Gesprächsführung kann den Blick verändern

Genau an diesem Punkt setzt Motivational Interviewing, kurz MI, an.

MI beschreibt eine Art der Gesprächsführung, bei der nicht das Überzeugen im Vordergrund steht. Stattdessen wird die Perspektive der Patient*innen stärker einbezogen.

Was spricht aus ihrer Sicht für eine Veränderung? Was macht sie gleichzeitig schwierig?

Damit verändert sich auch die Rolle der Therapierenden. Nicht jedes Zögern braucht ein weiteres Argument. Ambivalenz darf zunächst sichtbar werden.

Gezieltes Fragen und aufmerksames Zuhören können dabei helfen, dass Patient*innen eigene Gründe für Veränderung entwickeln und ihre vorhandenen Ressourcen stärker einbeziehen.

Ein erster Einblick in Motivational Interviewing

Bei unserem kostenfreien Infoabend Motivational Interviewing erhalten Sie einen ersten Einblick in die Grundhaltung von MI und erfahren, wie sich dieser Ansatz vom klassischen Beraten oder Überzeugen unterscheidet.

Anhand typischer Situationen aus dem therapeutischen Alltag betrachten wir, warum Menschen trotz vorhandenem Wissen nicht immer ins Handeln kommen. Dabei geht es auch um die Frage, welche Verantwortung bei den Patient*innen bleibt und welche Rolle Therapierende im Veränderungsprozess übernehmen.

Der Abend bietet Ihnen die Möglichkeit, bekannte Gesprächssituationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu prüfen, ob Motivational Interviewing für Ihre therapeutische Arbeit interessant ist.

Ihr Praxisimpuls

Vielleicht bleibt nach dem Abend vor allem eine Frage hängen:

Muss ich meine Patient*innen gerade von etwas überzeugen oder kann ich sie dabei unterstützen, eigene Gründe für Veränderung zu entdecken?

Dieser Perspektivwechsel kann Gespräche verändern, die sich bisher festgefahren angefühlt haben.

Kostenfreier Infoabend Motivational Interviewing

📅 Montag, 16.11.2026 | 19:00–20:30 Uhr | Online | 2 UE

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