Veröffentlicht am 06.03.2026

Chronische und unspezifische Schmerzen gehören zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Viele Patientinnen leben über Jahre mit anhaltenden Beschwerden, mit erheblichen Folgen für Körper, Psyche und soziale Teilhabe. Für Therapeut*innen bedeutet das: Schmerzen zu behandeln heißt, Menschen in ihrer gesamten Lebensrealität zu verstehen. Gleichzeitig kursieren rund um das Thema „Schmerz“ hartnäckige, populäre Mythen und veraltete Erklärungen, die Ängste verstärken, Schonverhalten begünstigen und Therapieziele unnötig ausbremsen.
Genau hier setzt das Seminar „Das Schmerz Einmaleins Online“ an: mit einem modernen Schmerzverständnis, das Sicherheit in der Einordnung schafft, Sprache und Aufklärung als therapeutisches Werkzeug nutzt und konkrete, alltagstaugliche Ansätze für die Praxis vermittelt.
Warum Schmerzen neu denken?
Schmerz ist mehr als ein Signal aus dem Gewebe. Nozizeption beschreibt zunächst elektrische Impulse, die das zentrale Nervensystem über potenziellen Stress im Gewebe informieren. Dieser Reiz ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Schmerz. Entscheidend ist, wie das Nervensystem diesen Reiz bewertet, ob er als Gefahr interpretiert wird, gegen den Schutz organisiert werden muss.
Ein weiterer wichtiger Punkt für Ihren Praxisalltag: Strukturelle Veränderungen in Röntgen oder MRT korrelieren oft nur schwach mit dem erlebten Schmerz. Viele Menschen haben deutliche Befunde, ohne relevante Beschwerden. Umgekehrt können starke Schmerzen bei unauffälliger Bildgebung bestehen. Das macht Edukation zu einem zentralen Thema, auch um veraltete Erklärungsmodelle einzuordnen und Patient*innen Orientierung zu geben.
Was Sie im Seminar lernen
Im Kurs erhalten Sie einen strukturierten Überblick über moderne Schmerztherapie, von Grundlagen bis zu komplexeren Zusammenhängen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation: Sie erhalten einfache, laienverständliche Erklärmodelle, um Ihre Patient*innen bestmöglich in den Therapieprozess einzubinden. Sie lernen, wie Placebo Effekte unterstützend eingesetzt werden können und wie Nocebos, also Negativbotschaften, Schmerzen verstärken.
Sie vertiefen das Verständnis von Sensibilisierung, sowohl periphere als auch zentrale, und lernen, diese Mechanismen klinisch einzuordnen. Dabei geht es nicht um Theorie um der Theorie willen, sondern um konkrete Konsequenzen für Untersuchung, Zielsetzung und Intervention.
Außerdem erhalten Sie praktische Ansätze z.B. Graded Motor Imagery. Von der Vorstellung bis zur Spiegeltherapie werden Inhalte vermittelt, die dann besonders hilfreich sind, wenn aktive Bewegung noch nicht sinnvoll möglich ist oder zunächst einen leichteren Einstieg braucht.
Ihr Praxisvorteil: Sicherheit und Wirksamkeit im Alltag
Sie gewinnen mehr Klarheit in der Einordnung komplexer Schmerzverläufe, erkennen Risikofaktoren einer Chronifizierung früher und können Patient*innen gezielter begleiten. Das stärkt Ihre therapeutische Rolle, verbessert die Zusammenarbeit im interdisziplinären Setting und macht Behandlungsprozesse nachhaltiger, weil Patient*innen verstehen, was passiert und warum Ihr Vorgehen sinnvoll ist.
Nächster Termin für
„Das Schmerz Einmaleins Online“ (2-teiliger Kurs)
📅 Samstag, 18.04. & Samstag, 25.04.2026 | 08:00–17:00 Uhr | online (22 UE/ FP)
🔗 Zur Anmeldung
Ihr BED-Vorteil
Beide Seminare sind Teil des InWi-Fortbildungsprogramms. Als BED-Mitglied profitieren Sie dauerhaft von 20 Prozent Rabatt auf die Teilnahmegebühr.
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Wir entwickeln unser Fortbildungsprogramm kontinuierlich weiter und greifen Themen auf, die im therapeutischen Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein regelmäßiger Blick auf unsere Website lohnt sich.
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