Veröffentlicht am 29.04.2026
Ende März erhielten wir eine Interviewanfrage zum Thema GKV-Vergütung für Heilmittelleistungen von Silvia Funke, freie Fachjournalistin aus Leipzig für Optica, welche wir Anfang April schriftlich beantwortet hatten. Im Optica-Newsletter wurden die Antworten entsprechend berücksichtigt.
Hier und in weiteren Artikeln stellen wir (krankheitsbedingt erst jetzt) die Vollversionen der Fragen und Antworten zur Verfügung.
Frage 5: Was können Praxen unabhängig davon aktuell tun?
Antwort BED e.V. vom 07.04.2026
Unabhängig von Praxisgröße, Berufsrolle oder Verbandszugehörigkeit gilt aus unserer Sicht derzeit vor allem eines: nicht still bleiben. Gerade jetzt ist es wichtig, dass sich Therapierende einmischen, Rückmeldungen geben und sichtbar machen, was politische und vertragliche Entscheidungen im Versorgungsalltag tatsächlich auslösen.
Der BED hat dazu bereits auf das Bündnis Zukunft Therapieberufe hingewiesen. Dieses Bündnis wird dort als offene, unabhängige und interdisziplinäre Bewegung beschrieben, die Heilmittelerbringende aus allen Fachbereichen zusammenbringt, mit dem Ziel gerechter Vergütung und echter Mitbestimmung.
Was Praxen tun können, ist klar: sich nicht zurückziehen, sondern sich organisieren, Rückmeldung geben und den Druck aus der Versorgung heraus sichtbar machen. Denn Veränderungen entstehen nicht nur am Verhandlungstisch, sondern dann, wenn die Berufsgruppe gemeinsam deutlich macht, was diese Entscheidungen in der Realität bedeuten.
Deshalb unser Appell: informieren, vernetzen, Erfahrungen schildern, sich an Initiativen wie dem Bündnis Zukunft Therapieberufe beteiligen und die eigene Stimme einbringen. Wenn sichtbar wird, was auf dem Spiel steht, entsteht der nötige Druck für Veränderung.
Anmerkung und zeitliche Einordnung
Diese Aussagen vom 07.04.2026 sind nach wie vor hochaktuell. Die Situation hat sich zwischenzeitlich mit dem Referentenentwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) sogar weiter verschärft, s. Referentenentwurf zur GKV-Stabilisierung: Mehr Verantwortung in der Therapie, aber weniger Anerkennung und mehr Belastung
Aufruf zur Gegenwehr