Veröffentlicht am 08.05.2026

Prokrastination, Perfektionismus, People Pleasing: Sie begegnen Ihnen im therapeutischen Alltag häufiger, als es auf den ersten Blick scheint, besonders bei Erwachsenen mit ADHS. Was im Außen oft wie Unentschlossenheit oder mangelnde Motivation wirkt, hat meist eine andere Funktion: Es sind Strategien, die von Patientinnen über Jahre entwickelt wurden, um mit Überforderung, Reizüberflutung und innerem Druck umzugehen.
Gerade bei weiblich sozialisierten Klient*innen bleiben diese Muster häufig lange unerkannt. Sie passen sich an, funktionieren nach außen und geraten gleichzeitig innerlich zunehmend unter Stress. Für Sie als Therapeut*in ist es entscheidend, diese Dynamiken zu verstehen und nicht vorschnell zu bewerten.
Das Seminar „Prokrastination bei Erwachsenen mit ADHS“ hilft Ihnen dabei, genau diesen Perspektivwechsel einzunehmen.
Warum ein neuer Blick auf Prokrastination notwendig ist
Prokrastination ist bei diesem Klientel selten ein Zeichen von Faulheit. Viel häufiger handelt es sich um eine Schutzreaktion des Nervensystems: Wenn Anforderungen zu hoch oder emotional belastend sind, entsteht ein innerer Konflikt zwischen Handlungswunsch und Überforderung. Ähnlich verhält es sich mit Perfektionismus oder überangepasstem Verhalten, auch sie erfüllen oft eine stabilisierende Funktion.
Wer diese Muster versteht, kann therapeutisch anders arbeiten: weniger über Druck und Appelle, mehr über Verständnis, Struktur und gezielte Unterstützung von Selbstregulation.
Das lernen Sie im Seminar
Im Seminar setzen Sie sich mit den drei zentralen Mustern von weiblichem ADHS auseinander: Prokrastination, Perfektionismus und People Pleasing. Sie lernen, diese nicht als Defizite zu betrachten, sondern als Ausdruck innerer Prozesse und andauernder Bewältigungsstrategien.
Sie erhalten einen alltagsnahen Zugang zu den zugrunde liegenden Mechanismen und arbeiten praxisorientiert mit Reflexionsfragen, Körperübungen und konkreten Mini-Interventionen. Dabei geht es unter anderem um Selbstregulation, Co-Regulation, den Umgang mit Glaubenssätzen sowie um strukturgebende Ansätze, die Ihre Klient*innen im Alltag unterstützen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Reflexion Ihrer eigenen therapeutischen Haltung, denn gerade im Umgang mit scheinbar widersprüchlichen Verhaltensweisen macht diese oft den entscheidenden Unterschied.
Ihr Praxisvorteil: Verstehen, gezielt handeln, um nachhaltig zu begleiten
Mehr Klarheit: Sie erkennen, was hinter Aufschieben, Anpassung oder Selbstüberforderung steckt und können diese Muster besser einordnen.
Mehr Handlungssicherheit: Sie setzen gezielt Interventionen ein, statt mit allgemeinen Ratschlägen zu arbeiten.
Mehr Selbstwirksamkeit für Ihre Klient*innen: Sie unterstützen dabei, neue Handlungsstrategien zu entwickeln, jenseits von Perfektionsdruck und Selbstkritik.
Mehr Qualität im Therapieprozess: Sie gestalten Begleitungen strukturierter, individueller und langfristig wirksamer.
Für BED-Mitglieder: 20 Prozent Vorteil
Dieses Seminar ist Teil des InWi Fortbildungsprogramms. Als Mitglied im Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland (BED) e.V. profitieren Sie dauerhaft von 20 Prozent Rabatt auf die Teilnahmegebühr.
Termin 2026
„Prokrastination bei Erwachsenen mit ADHS“
📅 Samstag, 14.11.2026 | 11:00–14:00 Uhr | online (4 UE/ FP)
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Wir entwickeln unser Fortbildungsprogramm kontinuierlich weiter und greifen Themen auf, die im therapeutischen Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein regelmäßiger Blick auf unsere Website und unseren Instagram-Kanal lohnt sich.