Veröffentlicht am 28.11.2025

Chronische und unspezifische Schmerzen zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Viele Patientinnen und Patienten leben über Jahre mit Beschwerden, deren Auswirkungen weit über den Körper hinausgehen. Für Therapeutierende bedeutet das: Wirksame Behandlung beginnt mit einem Verständnis, das den Menschen in seiner gesamten Lebensrealität berücksichtigt.
Gleichzeitig halten sich in der Schmerztherapie zahlreiche populäre Annahmen. Dazu gehört die verbreitete Vorstellung, dass starke Abnutzungserscheinungen automatisch starke Schmerzen verursachen. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild: Radiologische Veränderungen korrelieren nur schwach mit der tatsächlichen Schmerzintensität und viele Menschen mit auffälligen bildgebenden Befunden sind nahezu beschwerdefrei.
Schmerz entsteht im Zusammenspiel von Belastbarkeit, Stress, Erwartungen, früheren Erfahrungen und zentralen Prozessen wie Sensibilisierung. Entscheidend sind daher weniger die Befunde, sondern die funktionellen Einschränkungen, das individuelle Gedankengut und die Ressourcen der Betroffenen.
Weshalb die erweiterte Perspektive auf Schmerz notwendig ist
Veraltete Erklärungsmodelle greifen bei komplexen Verläufen oft zu kurz. In der Therapie wird Aufklärung deshalb zu einem wesentlichen Bestandteil. Patientinnen und Patienten benötigen Unterstützung dabei, alte Überzeugungen einzuordnen, neue Zusammenhänge zu verstehen und eigene Einflussmöglichkeiten zu erkennen. Bildhafte Erklärungsmodelle und positive Selbst-Erfahrungen helfen dabei, komplexe Mechanismen verständlicher zu machen und von überholten Annahmen wegzuführen.
Was Sie im Seminar erwartet
Im Seminar erhalten Sie einen klaren Überblick über moderne Schmerzmechanismen und deren praktische Bedeutung. Behandelt werden unter anderem:
- Kommunikation, Placebo und Nocebo
- Grundlagen von Nozizeption und Schmerz
- Sensibilisierung und zentrale Mechanismen
- Neurotags und ihre therapeutische Relevanz
- Graded Motor Imagery von der Vorstellung bis zur Spiegeltherapie
- Die kortikale Körpermatrix als innere Landkarte
- Kontextfaktoren und ihre Wirkung auf Schmerzen
- Typische Mythen und ihre Einordnung
- Verhaltensexperimente zur Erweiterung von Handlungsspielräumen
- Aktuelles Update der Schmerzforschung
Ihr Nutzen für die Praxis
Sie gewinnen ein fundiertes, alltagsnahes Verständnis von moderner Schmerztherapie. Sieerkennen Risikofaktoren früher, kommunizieren klarer und begleiten Patientinnen und Patienten sicher durch komplexe Verläufe. Das vermittelte Wissen stärkt Ihre therapeutische Kompetenz und eröffnet neue, wirksame Wege in der Behandlung chronischer Schmerzen und ist direkt einsetzbar in Ergotherapie und Physiotherapie.
Für BED-Mitglieder mit 20 % Rabatt
Dieses Seminar ist Teil des InWi-Fortbildungsprogramms. Als BED-Mitglied profitieren Sie dauerhaft von einer rabattierten Teilnahmegebühr.
Das Schmerz Einmaleins Online (2-teilig)
Samstag, 18.04.2026 · 08:00–17:00 Uhr
Samstag, 25.04.2026 · 08:00–17:00 Uhr| Online
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